Schulische Arbeit

Der Kern der Projektarbeit ist die Unterstützung von Unterricht zum Klimawandel an den Schulen. Die Form der Unterstützung richtet sich nach den Bedingungen an den Schulen in den beteiligten Bundesländern Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die Hamburger Schulen bieten mit der Profiloberstufe ideale Voraussetzungen für die Durchführung des Projekts. Aber auch in Schelswig-Holstein können durch einen ganzjährigen Kurs in der 11. Klasse die Projektziele verwirklicht werden.

Klimaprojekt, Schule, Wissenschaft, Arbeit in der Schule

An den Hamburger Profiloberstufen erstreckt sich die Beteiligung an dem Klimaprojekt in der Regel über ein halbes Schuljahr, in dem zum Thema Klimawandel jeweils mit einem ganzen Kurs gearbeitet wird.  Dadurch ist es möglich, wissenschaftsorientiertes Arbeiten nachhaltig im schulischen Unterricht zu verankern. Inhaltlich gliedert sich der im Rahmen des Projektes unterstützte Unterrichtsablauf in vier Phasen:

Unterrichtsablauf

1. Phase: Vermittlung von Grundlagenwissen

In der 1. Phase werden die Schüler in traditionellem Unterricht durch den Lehrer (Arbeitsblätter, Klausur) in die Grundlagen des Klimawandels eingeführt. Auf Workshops werden mit den beteiligten Lehrern die Kenntnisse diskutiert, die für die spätere eigenständige Arbeit der Schüler gebraucht werden. Die nötigen Materialien für diese Unterrichtsphase liegen für die Lehrer auf dem Hamburger Bildungsserver und dem Bildungswiki Klimawandel bereit.

2. Phase: Themenfindung

Mit der 2. Phase beginnt die eigenständige Arbeit der Schüler an bestimmten, nach ihren Interessen ausgesuchten Themen zum Klimawandel und seinen Folgen. Während dieser Arbeit werden sie durch das Projektteam und die Lehrkraft beratend unterstützt. Das Projektteam erläutert an den Schulen mögliche Themenfelder als Anregung, stellt die zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Materialien und Daten vor und diskutiert mit den Schülern ihre Interessen für bestimmte Themen. Dabei geht es u.a. darum, die Konzeption eines Themas zu durchdenken und die ‚Machbarkeit’, d.h. vor allem das Vorhandensein von Informationsmaterial und wissenschaftlichen Daten, zu besprechen. Die Themenformulierungen der Schüler fallen in vielen Fällen sehr konkret aus, wie z.B. „Altes Land - Neue Äpfel“ (über den Obstanbau im Alten Land im Zeichen des Klimawandels), „Landunter auf den Halligen“,  „Auswirkungen des Klimawandels auf das Leben im Wattenmeer“, "Skifahren in den Alpen - wie lange noch?" usw.

3. Phase: Themenausarbeitung

In der 3. Phase arbeiten Kleingruppen von 2-3 Schülern über 2-3 Monate an ihren Themen. Als Einstieg in das jeweilige Thema stehen ihnen in den meisten Fällen die beiden Informationsplattformen Hamburger Bildungsservers und Bildungswiki Klimawandel mit weiterführenden Verweisen zur Verfügung, so dass sie nicht auf die Suche mit Google angewiesen sind. Außerdem wurden die Schulen mit den Bänden der Buchreihe „Warnsignal Klima“ versorgt. Darüber hinaus entwickeln die Schüler in vielen Fällen Eigeninitiative und treten an einzelne Wissenschaftler der beteiligten Institute, aber auch anderer Einrichtungen mit ihren Fragen heran, klären diese per E-Mail oder auch in persönlichen Gesprächen. Das ist besonders der Fall in Kursen, die ihre Arbeiten bei Jugend Forscht oder anderen Wettbewerben einreichen wollen bzw. eingereicht haben. Das Projektteam unterstützt die Schüler in dieser Phase durch die Beantwortung von E-Mail-Anfragen nach weiteren Informationsquellen sowie durch die Vermittlung von Kontakten mit einzelnen Wissenschaftlern.

Wenn die Schüler sich hinreichend in ihre Themen eingearbeitet haben, führt das Projektteam an den Schulen die Schüler in die Auswertung wissenschaftlicher Klimadaten ein. Im Laufe der letzten Jahre wurden nahezu 6000 Datensätze auf dem Hamburger Bildungsserver bereitgestellt und eine einfache, auch auf Windows-Rechnern praktizierbare Methode zur Datenauswertung entwickelt. Bei den Klimadaten handelt es sich um aktuelle Modelldaten von am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) und dem Deutschen Klimarechenzentrum (DKRZ) laufenden Klimamodellen, die auch der letzte Bericht des Weltklimarates IPCC genutzt hat, sowie des Regionalmodells CLM mit einer hohen Auflösung von 18x18 km für Europa. Durch die Auswertung dieser Daten können die Schüler in den meisten Fällen Ergebnisse zu ihren Fragestellungen völlig eigenständig und wissenschaftsorientiert erarbeiten. Werden besondere Datensätze gebraucht bzw. haben einzelne Schülergruppen starkes Interesse an Informatik und wissenschaftlicher Arbeit, kommen sie zum Institut und greifen mit Unterstützung der Studenten des Projektteams direkt auf die  Datenbank des WDCCs (World Data Center of Climate) am Deutschen Klimarechenzentrum zu und bearbeiten die Datensätze auf einer Unix-Plattform.

4. Phase: Präsentation und Publikation

In der 4. Phase geht es um die Ergebnisse der Ausarbeitung der von den Schülern gewählten Themen. Da Schulen nicht ohne Noten auskommen, wird von den Schülern verlangt, eine schriftliche Ausarbeitung vorzulegen und/oder eine Präsentation vorzutragen. Die Arbeiten der Schüler sollten am Ende möglichst prominent zur Geltung kommen. An einigen Schulen werden die Präsentationen als wichtiges Schulereignis gestaltet, so z.B. an der Anne-Frank-Schule. Mitglieder des Projektteams nehmen an diesen Präsentationen teil, geben ihre Stellungnahmen ab und werden von den Lehrern auch zur Notenfindung befragt.

Auf einer anderen Ebene haben einige Schüler auch auf Veranstaltungen außerhalb der Schule ihre Ergebnisse vorgetragen, so im März 2007 auf dem Schülerforum am Geomatikum der Universität Hamburg vor ca. 230 Schülern, Lehrern und Wissenschaftlern. Auch der Vortrag von zwei Schülerinnen des Projekts auf dem NaT-Working-Symposium 2008 in Aachen war eine wichtige Würdigung ihrer Leistung. Weitere Vorträge von Schülern erfolgen auf den Projektworkshops, in der NaT-Working-Zeit in Bad Malente, in jüngster Zeit am DKRZ.

Ein Teil der schriftlichen Ausarbeitungen wird auch auf der Projekthomepage veröffentlicht. Die Kriterien einer Webpublikation übersteigen i.d.R. die schulischen Anforderungen, vor allem was Copyrightfragen von Abbildungen betrifft, aber auch das richtige Zitieren. Hier versucht das Projektteam in Kontakt mit den jeweiligen Schülern und Lehrern eine publizierbare Arbeit zustande zu bringen, ohne dass eventuelle Veränderungen über Marginalien hinausgehen. Dieser Prozess ist allerdings nicht immer einfach abzuwickeln, da die Schüler die Kurse, in denen die Arbeit angefertigt wurden, nicht mehr besuchen, sich auf einem Auslandsaufenthalt befinden oder die Schule schon verlassen haben. Das Projektteam hat daher einen Leitfaden für die Abfassung wissenschaftlicher Arbeiten erstellt und auf der Projekthomepage veröffentlicht. Und es versucht möglichst frühzeitig darauf hinzuwirken, dass bei der Abfassung der Arbeiten die Kriterien zur Publikation eingehalten werden. Auf diese Weise lernen die Schüler früh die aktive Nutzung des Internet.

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