Projektentwicklung

In dem "Schulprojekt Klimawandel" (früher unter dem Namen "Klimawandel und seine Folgen") arbeiten seit 2005 Schulen aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen mit den Instituten der Hamburger Klimaforschung zusammen.

Projektentwicklung

Vorlauf

Den Anstoß für das Projekt gaben Kooperationen zwischen dem Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M)/Gruppe Modelle und Daten und dem Leibniz Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) an der Universität Kiel im Jahre 2004. Die langjährige Erfahrung mit schulischer Projektarbeit am IPN und die in Kooperation mit dem MPI-M und dem Deutschen Klimarechenzentrum (DKRZ) entwickelten Klimaseiten auf dem Hamburger Bildungsserver sollten in einer intensiveren Zusammenarbeit von Schulen und wissenschaftlichen Instituten zusammengeführt werden, woraus der Antrag auf ein NaT-Working-Projekt der Robert-Bosch-Stiftung (s.u.) entstand.

Das Projekt hat mehrere sich überlagernde Phasen durchlaufen, die erstens durch die fördernden und unterstützenden Institute, zweitens durch Veränderungen in den Schulstrukturen und drittens durch innovative Entwicklungen im Projekt selbst geprägt waren.

Das NaT-Working-Projekt „Klimawandel und seine Folgen“ 2005-2010

Von Sommer 2005 bis Sommer 2010 wurde das Projekt unter dem Titel „Klimawandel und seine Folgen“ im Rahmen des NaT-Working-Programms der Robert Bosch-Stiftung in zwei Phasen (Grundförderung und Verlängerung) gefördert. Die unterstützenden wissenschaftlichen Institute waren das Max-Planck-Institut für Meteorologie und das Deutsche Klimarechenzentrum. Verwaltung und Organisation lagen bei der Leuphana-Universität Lüneburg.

Das Projekt konnte in dieser Zeit nach einigen Anlaufschwierigkeiten wichtige Entwicklungsphasen durchlaufen. Insbesondere wurde - nach verfehlten Versuchen, auf Unix zu arbeiten - die Möglichkeit geschaffen, Klimadaten auf Windows und damit überhaupt erst für Schulen praktizierbar auszuwerten. Zeitgleich wurde von Seiten der Wissenschaft das dynamische Regionalmodell CLM (Climate Local Model – heute COSMO-CLM) für Europa entwickelt, dessen Daten der Arbeit mit Schülern zur Verfügung gestellt wurden. Das Projekt litt in den ersten Jahren auch an schulorganisatorischen Einschränkungen. Durch die Einführung der Profiloberstufe in Hamburg ab Sommer 2010 wurden für die Hamburger Schulen deutlich verbesserte Bedingungen für wissenschaftsorientiertes Arbeiten geschaffen.

Von großer Bedeutung war die Möglichkeit, Lehrer und Schüler mit verlässlichen Informationen zu einzelnen Themen des Klimawandels zu versorgen. Eine Informationsplattform, die auf der Auswertung von Forschungsliteratur beruht, existierte bereits mit den Klimaseiten auf dem Hamburger Bildungsserver. Mit Unterstützung des Deutschen Bildungsservers und inzwischen auch des Climate Service Centers wurde ab 2008 das Bildungswiki Klimawandel als interaktive Informationsplattform entwickelt. 

Die Entwicklung ab Sommer 2010
Vom Sommer 2010 bis Sommer 2011 wurde das Projekt vom Norddeutschen Klimabüro am Helmholtz-Zentrums Geesthacht und dem KlimaCampus Hamburg gefördert. Durch das Norddeutsche Klimabüro konnte das Angebot an Klimadaten vor allem zu Norddeutschland erheblich ausgeweitet werden. Außerdem hat das Klimaschutzprojekt am Landesinstitut für Lehrerbildung Hamburg die Fortbildung von Schülern und Lehrern und einen Teil der Homepagearbeit unterstützt. Das DKRZ und das MPI-M haben ihre frühere Unterstützung fortgesetzt und erweitert. Durch die gute Anbindung an die Hamburger Klimaforschung stehen dem Projekt aktuelle und wissenschaftlich fundierte Informationen zur Verfügung.  Außerdem werden verständliche Informationen zum Klimawandel und seinen Folgen auf dem Hamburger Bildungsserver und dem Bildungswiki Klimawandel für Schulen bereitgestellt. Auf dem Hamburger Bildungsserver werden auch die Klimadaten für die Schulen zugänglich gemacht.

Die beteiligten Schulen wurden zu Beginn der Projektlaufzeit über Schulbehörden und Lehrerfortbildungsinstitute beworben. Zum Schuljahr 2009/10 hatten sich aufgrund der Einführung der Profiloberstufe in Hamburg acht neue Schulen dem Projekt von sich aus angeschlossen. Die Mehrheit der neuen Projektschulen ist mit einem ehrgeizigen Programm in das Projekt eingestiegen, wobei sie von den langjährig mitarbeitenden Schulen profitieren konnten. Aus Kapazitätsgründen ist eine Anwerbung weiterer Schulen nicht beabsichtigt.

Anfang 2011 beteiligte sich das Projekt an dem Wettbewerb "Schule trifft Wissenschaft" der Robert Bosch Stiftung. Es wurde am 28. September von einer unabhängigen Jury unter Vorsitz von Nobelpreisträger Professor Erwin Neher mit einem der beiden 2. Plätze ausgezeichnet.

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