Sicherer Schulweg ohne Elterntaxi

Lieber zu Fuß als mit Bleifuß!

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Sicherer Schulweg ohne Elterntaxi


Grundschulkinder, die alleine zur Schule gehen - in Hamburg mittlerweile ein ungewohnter Anblick. Jedes dritte Kind wird in der Hansestadt  mit dem Auto zur Schule gefahren. Das soll sich jetzt ändern: Am 14. Mai 2018 startet die Polizei Hamburg zusammen mit dem Forum Verkehrssicherheit und Bildungssenator Ties Rabe die Aktion "Sicherer Schulweg ohne Elterntaxi" an der Grundschule Ernst-Henning-Straße (Bergedorf). Eine Elterninitiative dieser Schule gab den Anstoß. "Für einen selbstständigen Schulweg der Kinder zu sorgen, ist auch eine Aufgabe der Eltern", sagt Rabe und ermutigt vor Ort Mütter und Väter, ihre Kinder "loszulassen" und ihnen auch im Straßenverkehr "mehr zuzutrauen". 

An insgesamt neun Schulen werden  Eltern die Vorteile aufgezeigt, die der eigenständige Schulweg  für ihre Kinder hat. Eltern, die ihre Kinder zum Unterricht fahren oder sich mit anderen zu Fahrgemeinschaften, den sogenannten "Elterntaxis" zusammenschließen, haben vor allem die Sicherheit ihrer Kinder im Blick und wollen sie vor Gefahren schützen. Nachvollziehbar, aber "der falsche Weg", mahnt Ulf Schröder, Leiter der Verkehrsdirektion Hamburg. Das dadurch erhöhte Verkehrsaufkommen vor den Schulen birgt ganz eigene Gefahren: Beim Rangieren können kleinere Schüler und Schülerinnen schnell übersehen werden, Unfälle, Staus und Stress für die Autofahrer sind vorprogrammiert. Mit der Aktion soll dies verhindert werden.

Natürlich brauchen die Kinder für ihren selbstständigen Weg zur Schule gutes Rüstzeug. Dieses bekommen die Erst- und Zweitklässler in Form von theoretischem und praktischem Verkehrsunterricht. Polizeiverkehrslehrer vermitteln den Schülern im "Schulwegtraining", worauf sie auf dem Schulweg achten müssen, erklären mögliche Gefahren und nötige Sicherheitsmaßnahmen. Die Straße sicher überqueren und Gefahrensituationen auf dem Weg zur Schule richtig einschätzen - Fertigkeiten, die auch die Selbstständigkeit und Persönlichkeitsentwicklung fördern. Wer zu Fuß zur Schule geht, steht nicht nur schneller auf eigenen Beinen und nimmt die Umgebung bewusster wahr, sondern kurbelt auch den Kreislauf und den Stoffwechsel an und kann sich besser konzentrieren. 

(Autorin: Claudia Pittelkow, BSB)

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