Räumliche Muster der Erwärmung

Die Erwärmung in den letzten 100 Jahren ist keineswegs überall auf der Erde gleichmäßig erfolgt. Es gibt Unterschiede zwischen Land und Meer, zwischen niederen und hohen Breiten usw.

Räumliche Muster der Erwärmung

Die Temperatur in den letzten 100 Jahren ist stärker über dem Land, insbesondere über den großen Kontinentalmassen, als über dem Meer angestiegen. So sind die Meeresoberflächentemperaturen im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts nur etwa halb so stark gestiegen wie die Landtemperaturen. Einzelne Ozeangebiete zeigen sogar eine Abkühlung.

Temperatur Land Meer

Abb.1: Veränderung der Temperatur über dem Land und über dem Meer.1

Der stärkste Temperaturanstieg wurde mit 0,3 oC und mehr pro Jahrzehnt in der Zeit von 1979 bis 2005 auf den Kontinenten der mittleren und höheren Breiten der Nordhalbkugel beobachtet, was einem Temperaturanstieg von über drei Grad Celsius in 100 Jahren entsprechen würde. Auf der südlichen Hemisphäre ist der Temperaturanstieg wegen der großen Wassermassen geringer als auf der nördlichen, aber auch die Landtemperaturen selber sind hier vor allem in den letzten 30 Jahren deutlich weniger stark angestiegen als auf der Nordhalbkugel. Auffällig sind in Abb. 2 einige Gebiete mit einer Temperaturabnahme im südlichen Pazifik und am Rande der Ostantarktis. Die Gründe werden in Schwankungen der ozeanischen bzw. atmosphärischen Zirkulation gesehen.2

Temperaturveränderung geographisch

Abb.2: Räumliche Muster der Temperaturveränderung: Änderung der Mitteltemperatur des Zeitraums 2006-2010 im Vergleich zu 1951-19803

Neben dem horizontalen zeigt der Temperaturwandel der letzten Jahrzehnte auch ein charakteristisches vertikales Muster. Die Auswertung neuerer Satelliten- und Radiosondendaten hat auch für die Troposphäre insgesamt eine Erwärmung ergeben, die je nach Datensatz zwischen 0.04°C bis 0.20°C pro Jahrzehnt für 1979 bis 2004 beträgt. Die untere Stratosphäre zeigt dagegen eine deutliche Temperaturabnahme. Radiosonden- und Satellitenmessungen ergeben für die untere Stratosphäre (in den Tropen ab 16-17 km und in den höheren Breiten ab 8-10 km Höhe) eine Abkühlung von –0.32°C bis –0.47 °C pro Jahrzehnt seit 1979.4 Seit Beginn der Messungen war die Temperatur in der unteren Stratosphäre nie so niedrig wie in den letzten Jahren. Abb.1.3 zeigt die Abweichungen der globalen Mitteltemperatur in der unteren Stratosphäre vom Durchschnitt der Jahre 1979-1998. Der generelle Trend der Temperaturabnahme wird unterbrochen durch zwei markante, aber kurzfristige Erwärmungen, die durch die Vulkanausbrüche des El Chichon 1982 und des Mt. Pinatubo 1991 verursacht worden sind.

Temperaturveränderung in der Stratosphäre

Abb.3: Temperaturveränderung in der unteren Stratosphäre 1968-20055

Anmerkungen:
1. verändert nach IPCC (2007): Climate Change 2007, Working Group I: The Science of Climate Change, Figure 3.8.
2. IPCC (2007): Climate Change 2007, Working Group I: The Science of Climate Change, 3.2.2.1
3. Quelle: NASA - Five-Year Average Global Temperature Anomalies; Lizenz: public domain
4. IPCC (2007): Climate Change 2007, Working Group I: The Science of Climate Change, 3.4.1.2
5. verändert nach IPCC (2007): Climate Change 2007, Working Group I: The Science of Climate Change, Summary for Policymakers, Figure 3.17

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