Fazit

Fazit

Klimamodelle sind wie alle Modelle vereinfachte Abbilder der Realität. Und Klimamodelle sind geschlossene Systeme. In diesen Unterschieden zwischen Modell und Wirklichkeit sind die Schwierigkeiten von Modellen begründet, das Klima der Erde und seine Veränderungen realitätsnah abzubilden. Andererseits sind auch die Erkenntnisbilder des menschlichen Gehirns nichts anderes als Modelle bzw. modellhafte Konstrukte der Realität. Computergestützte Klimamodelle können insofern auch als objektivierte Erkenntniskonstrukte unseres Wissens über das Klimasystem und seine Veränderungen angesehen werden. Sie sind daher wie jede Methode der menschlichen Erkenntnis einerseits mit Fehlern und Mängeln behaftet, die die Wirklichkeit verstellen oder sogar verfälschen können, andererseits aber auch ein wertvolles Instrument der Einsicht in die Gesetzmäßigkeiten dieser Wirklichkeit. Trotz aller Mängel von Klimamodellen gibt es Grund genug, ihren Prognosen, z.B. über die Temperaturzunahme in den nächsten Jahrzehnten, eine gewichtige Bedeutung einzuräumen.

Denn Klimamodelle haben ihre Leistungsfähigkeit in vielerlei Hinsicht unter Beweis gestellt. Sie sind in der Lage, das gegenwärtige Klima weitgehend realistisch zu simulieren. So berechnen Modelle, beginnend mit dem Klima der Mitte des 19. Jahrhunderts, die Temperaturveränderung durch eine seitdem erhöhte CO2-Konstruktion zutreffend. Die Übereinstimmung mit den beobachteten Werten hat sich vor allem verbessert, seit in die Modellrechnungen auch der Anstieg der Aerosolkonzentration durch die Verbrennung fossiler Energien eingegangen ist. Auch die regionalen Unterschiede werden dabei angemessen erfasst, d.h. die stärkere Temperaturerhöhung über den Kontinenten und in den höheren Breiten im Vergleich zu den Ozeanen und niederen Breiten. Außerdem haben sich Modelle als recht brauchbare Instrumente zur saisonalen Vorhersage bestimmter Klimaereignisse wie des El-Niño-Phänomens erwiesen. So wurden das große El-Niño-Ereignisse 1997-98 wie auch der schwache El-Niño 2002/03 bereits sechs Monate zuvor prognostiziert. Mit dem Anstieg der Rechnerleistung ist es in jüngster Zeit auch möglich geworden, Klimaänderungen der Vergangenheit zutreffend zu simulieren und zu erklären. So konnte man den Verlauf des historischen Klimas der letzten 450 Jahre und insbesondere die Kleine Eiszeit im Modell richtig darstellen, wie ein Vergleich mit sogenannten Proxydaten (Daten aus Baumringen, Sedimentkernen und anderen Quellen) belegte, und Sonnenaktivität und Vulkanismus als die primären Ursachen für Veränderungen ausmachen.1 

Anmerkungen:
1. vgl. Cubasch, U. (2002): Perspektiven der Klimamodellierung, in: W. Hauser (Hg.): Klima. Das Experiment mit dem Planeten Erde, Begleitband und Katalog zur Sonderausstellung des Deutschen Museums vom 7.11.2002 bis 15.6.2003, München, 151- 159

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