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Klimaprojektionen für Mittelamerika und die Karibik

Mittelamerikas und die Karibik gelten durch den Klimawandel als besonders gefährdet.

Mittelamerika Niederschlag


Abb. 1: Projektionen der Niederschlagsänderungen bis 2080–2099 im Vergleich zu 1986–2005 nach dem Szenario RCP4.5 in mm/Tag pro °C Erwärmung. Gestreifte Gebiete zeigen hohe Übereinstimmung der Klimamodelle.1.a

Zum einen könnte die Region durch stärkere Hurrikane betroffen sein und zum anderen sind zahlreiche Küstengebiete und kleine Inseln dem Meeresspiegelanstieg ausgesetzt. Während der Meeresspiegelanstieg eher ein globales Phänomen ist, die karibischen Inseln aber besonders gefährdet, werden Häufigkeit und Intensität der karibischen Hurrikane stark durch das Klima des tropischen Atlantik und der Karibik selbst gesteuert. Das karibische Klima wird zunächst durch das subtropische Hoch über dem Atlantik bestimmt. Es liegt im Winter weit im Süden und bringt der Region Trockenheit. Im Sommer verschiebt es sich nach Norden und macht Ostwinden Platz, wodurch von Mai bis November Regen fällt. Von Juni bis November, wenn die Meeresoberflächentemperaturen über 26,5 °C liegen, können sich diese Ostwinde zu tropischen Stürmen und Hurrikanen entwickeln, die die Hauptmenge des Niederschlags bringen. Das ganze System steht außerdem unter dem Einfluss des El-Niño-Phänomens im Südpazifik und der Nordatlantischen Oszillation. El-Niño-Jahre sorgen für mehr Trockenheit und geringere Hurrikanaktivität über der Karibik, La-Niña-Jahre für feuchtere Bedingungen. Eine positive NAO-Phase verstärkt das subtropische Hochdruckgebiet und bewirkt damit ebenfalls eine Verringerung der Niederschläge.1;2

Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird für Mittelamerika und die Karibik eine Temperaturerhöhung um ca. 2-3 °C erwartet, etwas weniger als im globalen Durchschnitt, was mit der Dominanz des Meeres gegenüber den Landflächen zu tun hat.3;2 Nicht weniger wichtig als die Luft- sind denn auch die Wassertemperaturen, da durch sie die Verdunstung und der Niederschlag bestimmt werden. Bis 2050 wird ein Anstieg der Meeresoberflächentemperatur um 1 °C erwartet. Daraus sollten höhere Niederschläge resultieren, wie sie eine Modellrechnung für August bis Oktober auch prognostiziert.4 Der IPCC geht jedoch von trockeneren Verhältnissen in Mittelamerika und der Karibik am Ende des 21. Jahrhunderts aus. Der Grund liegt darin, dass im Ostpazifik künftig mehr El-Niño-artige Verhältnisse und im Nordatlantik eine Verstärkung der NAO erwartet werden. Beide Änderungen führen zu geringeren Niederschlägen in der Karibik.5 Eine Ausnahme stellt lediglich die nördliche Karibik in den Wintermonaten dar.2 Eine Erwärmung des östlichen tropischen Pazifik, aus der sich ein El Niño entwickelt, intensiviert den subtropischen Jetstream, der wiederum vertikale Schwerwinde über der Karibik verstärkt, die die Konvektion von feuchter Luft behindern. Durch eine positive NAO-Phase werden das atlantische Subtropen-Hoch und der Passat stärker, wodurch es zu Abkühlungen der Meeresoberflächentemperaturen in der Karibik kommt.4

Anmerkungen:
1. IPCC (2007): Climate Change 2007, Working Group I: The Science of Climate Change, 11.9.1.1
1.a. Quelle: IPCC (2013): Climate Change 2013, Working Group I: The Science of Climate Change, Figure 14.19; Copyrightbestimmungen unter: https://www.ipcc.ch/copyright/
2. IPCC (2013): Climate Change 2013, Working Group I: The Science of Climate Change, 14.8.4
3. IPCC (2007): Climate Change 2007, Working Group I: The Science of Climate Change, 11.9.3.1
4. Angeles, M.E., et al. (2007): Predictions of future climate change in the Caribbean region using global general circulation models. Int. J. Climatol., 27, 555-569
5. IPCC (2007): Climate Change 2007, Working Group I: The Science of Climate Change, 11.9.3.1