Rudolf Mokry und Kurt Wolf van der Walde

Rudolf Mokry war bis 1932 Mitglied der KPD und begeisterter Sportler im Arbeitersportverein "Fichte" in Neuhof. Nachdem er schon zweimal von den Nazis inhaftiert worden war, gründete er 1935 in Hamburg eine antifaschistische Gruppe, zu der Menschen der verschiedensten weltanschaulichen und politischen Richtungen gehörten.

Hamburg Geschichte Rudolf Mokry

Mokry wurde 1937 wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Er wurde ins KZ Sachsenhausen gebracht und dort am 11.10.1944 zusammen mit 26 anderen politischen Häftlingen erschossen.Seit 1991 ist - nach fast 10 Jahre dauernden politischen Querelen - eine Straße in Wilhelmsburg nach ihm benannt.

Kurt van der Walde war Mitglied in der Widerstandsgruppe um Rudolf Mokry. Geboren am 20.1.1915 in Posen, machte van der Walde 1933 das Abitur, danach eine kaufmännische Lehre. Über den deutsch-jüdischen Wanderbund "Kameraden" und das später aufgelöste "Schwarze Fähnlein" stieß er im Frühjahr 1935 durch eine Fahrt in die Heide zu Rudolf Mokry.
vergrößern Kurt Wolf van der Walde war gemeinsam mit Rudolf Mokry in Haft. (Bild: Hamburger Bildungsserver)

Abb.4: Kurt Wolf van der Walde war gemeinsam mit Rudolf Mokry in Haft. (Foto: 1991)

Kurt van der Walde wurde am 7.5.1936 verhaftet. 12 Monate später verurteilte ihn der 1. Strafsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts zu zweieinhalb Jahren Gefängnis. Nach Beendigung der Haftstrafe im KZ Fuhlsbüttel emigrierte van der Walde binnen weniger Tage nach England. Heute lebt er im Hamburger Stadtteil Barmbek. Seine Erinnerungen an Rudolf Mokry:





"Ich habe Rudi Mokry gar nicht sehr lange gekannt, aber dafür sehr intensiv. Er war ja der Leiter unserer antifaschistischen Jugendgruppe. Und was mir im Nachhinein nach all den Jahrzehnten so großartig erscheint, ist, daß er einer der allerersten war, der wirkliche Konsequenzen aus den schlimmen politischen Fehlern der Weimarer Republik gezogen hat. Er ist lange Zeit in der KPD gewesen. Er hatte Schwierigkeiten mit der Leitung der Partei, und zwar mit dem Problem, wie sie umging mit den Sozialdemokraten. Er gehörte zu einer bestimmten Gruppe unter den Kommunisten, die sich 'Westermann-Gruppe' nannte. Westermann war ein sehr bekannter kommunistischer Widerstandskämpfer, der leider auch von den Nazis getötet worden ist. Diese 'Westermann-Gruppe' hat opponiert gegen die Feindschaftspolitik gegenüber den Sozialdemokraten. Rudolf Mokry hat nie mit den Kommunisten gebrochen. Er war bestimmt kein Gegner der KPD, jedoch äußerst kritisch. Und er war offen in seiner Kritik. Darum konnte er auch mit Kommunisten, die nicht seine Meinung vertraten, wunderbar zusammenarbeiten."

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