Begegnung mit den NS ­Opfern

Mit den Opfern des nationalsozialistischen Systems und der deutschen Eroberungsfeldzüge sind alle genannten Dulsberger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen konfrontiert worden, früher oder später.

Hamburg Geschichte NS Opfer

Früh in der Schulzeit beim Boykott des jüdischen Bettenhauses "Schwen" in der Hamburger Straße, Nähe Dehnhaide. "Da wurde draußen die Scheibe mit dem Judenstern beschmutzt und dann stand die Hitler-Jugend davor und rief im Chor.-" Jude ißt sich Lebertran, hat geschissen Marzipan, Marzipan ist ungesund, Jude ist ein Schweinehund. " Auch frühmorgens auf dem Weg zur Arbeit auf der Werft, wo Walter Beyer 1938 beim Judenpogrom die Plünderung der jüdischen Talmud-Tora-Schule im Grindel sah. Später als Soldaten auf dem Transport, wenn Züge sich auf Bahnhöfen begegneten. In Frankreich oder irgendwo auf dem Balkan. 1943 als die Transporte aus ganz Europa in die Vernichtungslager rollten.

Oder ein junges Mädchen geht im Juli 1943 mit einer vielfach preisgekrönten Kulturgruppe des Bundes deutscher Mädchen (BdM) auf eine Fronttheatertournee durch Lazarette und Soldatenheime in dem von deutschen Truppen besetzten Polen. Die Tournee ist der Preis, den sie im Wettbewerb aller Hamburger BdM-Gruppen gewonnen haben. Sie spielen ihre preisgekrönte Inszenierung der "Regentrude" von Theodor Storm und werden jeden Abend nach der Vorstellung in offenen Lastwagen mit Plane ins Quartier gefahren. Während sie spielen, sinkt in Hamburg der Dulsberg in Schutt und Asche.

zum nächsten Artikel

Wer mehr über die Geschichte des Dulsbergs wissen möchte,
wendet sich an die
Geschichtsgruppe Dulsberg e.V.
Dithmarscher Straße 44 – 22049 Hamburg
Tel.: 040 – 695 45 91
E-Mail: archiv@gg-dulsberg.de
Internet: www.gg-dulsberg.de