Benedict Andersons Theorie der Nation als „vorgestellte Gemeinschaft“
Benedict Andersons Theorie der Nation als „vorgestellte Gemeinschaft“ ist maßgeblich für eine zeitgenössische Auseinandersetzung um diesen Begriff geworden. Hier findet man einen kurzen Ausschnitt aus seinem Hauptwerk, der gut zum Anfang der Einheit gebraucht werden kann.
Zusammenfassung der grundlegenden Überlegungen Andersons
Der Beitrag aus Neue Perspektiven vom Mai 2015 bietet eine gute Zusammenfassung der grundlegenden Überlegungen Andersons, um das Konzept der Nation historisch zu verorten und seine Problematiken zu diskutieren. Eine der Zielsetzungen des Textes ist die „Natürlichkeit“ der Nationen in Frage zu stellen. Rechtschreibung und Zeichensetzung müssen aber vor Gebrauch noch einmal überprüft werden.
Nachruf auf Anderson aus der Zeit (Dezember 2015), der noch einmal einen Überblick über dessen Theorie der Nation liefert, aber auch kritisch nachfragt, inwiefern diese Theorie noch für die Welt des 21. Jahrhunderts Gültigkeit beanspruchen kann. Gut als Abschluss für die Beschäftigung mit Anderson geeignet.
Begriffserläuterung aus dem Handwörterbuch der Bundeszentrale für politische Bildung, das unterschiedliche Nationenkonzepte präsentiert und auch die Entwicklung des deutschen Nationenbegriffs kritisch herausarbeitet.
Aufgeklärtes Staatsbürgerkonzept statt ethnische Identität als Legitimation der Nation?
Polemik aus dem Tagesspiegel (Juni 2016), die Partei ergreift für ein aufgeklärtes Staatsbürgerkonzept und gegen eine ethnische Identität als Legitimation der Nation. Gut als Diskussionsgrundlage geeignet.
Ein Artikel aus der Süddeutschen (September 2016), in dem noch einmal der Begriff der Nation mit dem Universalismus in Verbindung gebracht wird, seine historische Genese skizziert und gegenwärtige Versuche kritisiert werden, das Nationale im Sinne eines Völkischen zu lesen.
(Post-)Marxistischen Perspektive die Transformationen des Liberalismus
Längerer Aufsatz von Dr. Axel Rüdiger (FU Berlin), der aus einer (post-)marxistischen Perspektive die Transformationen des Liberalismus bis zur Gegenwart nachzeichnet. In Auszügen könnte der Text als eine Position diskutiert werden, um das Erbe des klassischen Liberalismus zu beurteilen.
Differenzierung von klassischem Liberalismus, Ordo- und Neoliberalismus
Vortrag von Prof. Dr. Piotr Pysz, der die Differenzierung von klassischem Liberalismus, Ordo- und Neoliberalismus vollzieht, dies historisch rekonstruiert und eine Vermittlung dieser Formen vorschlägt.
Gegenüberstellung von Liberalen und Republikanern im Vormärz
Gegenüberstellung von programmatischen Vorstellungen der Liberalen und der Republikaner im Vormärz und ihre Meinung zur zukünftigen Stellung des Volkes im Staat und weitere Materialien.
Historische Entwicklung des Liberalismus und Nationalismus in den Staaten, die einmal das Deutsche Reich bilden
Quellen
Entwicklung des Feudalismus hin zu einer bürgerlichen Gesellschaft
Quellenreiche, eher allgemein gehaltene Darstellung der Entwicklung des Feudalismus hin zu einer bürgerlichen Gesellschaft. Es werden unterschiedliche Faktoren bestimmt, die diesen grundsätzlichen Wandel in der Gesellschaftsstruktur bedingten.
Entwicklung und Widersprüche des deutschen Liberalismus
Informative Darstellung der Entwicklung und ihrer Widersprüche des deutschen Liberalismus von der französischen Revolution bis zum Vormärz durch den Journalisten Udo Leuschner.
Artikel aus der Zeit (Juli 2015) zur Geschichte der deutschen Burschenschaft als Akteur, der sich anfänglich bürgerlich-revolutionäres Gedankengut aneignete, sich später rassistisch und antisemitisch positionierte. Der Text gibt einen Überblick bis in die Gegenwart.
Fichtes Vorlesung „Rede an die deutsche Nation“ kann als das Gründungsdokument des deutschen Nationalismus gelesen werden, in der sich Formen von aufgeklärter Bürgerlichkeit mit Gallophobie, Antisemitismus und einem Essentialismus eines deutschen Wesens verschränken. Einzelne Passagen können gebraucht werden, um die Besonderheiten der deutschen Entwicklung aufzuzeigen (d.h. auch für Vergleichsaufgaben gut geeignet).
Saul Ascher, früher Kritiker des deutschen Nationalismus
Darstellung des Intellektuellen Saul Ascher, der früh den deutschen Nationalismus kritisierte und theoretisierte, warum mit ihm Antisemitismus und Rassismus einhergehen. Dieser Denker könnte exemplarisch für eine sich formierende Kritik gelesen werden, die im Vormärz wieder auflebt.
Hauptwerk Aschers, „Germanomanie“, das in Auszügen gelesen werden kann, um seine Theorien, inwiefern der deutsche Nationalismus wesentlich mit ideologischen Formen oder Ressentiments verknüpft ist, zu diskutieren.
„Tanz um die Macht“ von Adam Zamoyski (Zeit, Juni 2015) stellt den Verlauf des Wiener Kongresses vor und zeigt, wie die Hoffnung auf einen deutschen Nationalstaat enttäuscht wurde. Dafür eine Stärkung Preußens und einer der Punkte auf dem Weg zur Hegemonie dieses größten deutschen Staates.
Darstellung des Weber-Aufstandes von 1844, der eine Erhebung darstellt, die scheitert, weil sich niemand mit dieser Revolte identifiziert oder zumindest keine breiten, öffentlichen Solidaritätserklärungen erfolgen. Wenn es dazu kommt, dann Jahre später. Die Seite bietet eine Unterrichtssequenz zu diesem Ereignis am Vorabend der Revolution.
Darstellung der Ereignisse im Revolutionsjahr 1848
Informative Darstellung der Ereignisse im Revolutionsjahr 1848, auch im Vergleich mit anderen europäischen Staaten. Eine breite Linksammlung ermöglicht das weitere Suchen.
Die Informationen zur politischen Bildung behandeln vor allem die 48er Revolution, aber auch die Restauration und die Märzrevolution werden ausführlich mit Begriffserläuterungen dargestellt.
Der Deutsche Bundestag erinnert auf dieser Sonderseite an die Paulskirche und die Abgeordneten, die vor 175 Jahren für Freiheit und Einheit vorangingen. Es gibt zahlreiche Hintergrundinformationen, die im Unterricht eingesetzt werden können und Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden als Informationsquelle dienen können.
Darstellung des revolutionären Aufstandes am 18. März 1848 in Berlin durch die Bundeszentrale für politische Bildung. Bietet viele Anregungen, auch durch Bildmaterial, um die Einheit zu vertiefen.
Das Scheitern der deutschen Nationalversammlung markiert das Ende des Traumes, dass die Gründung des Staates durch eine Verfassung als Nationalstaat entsteht. Dennoch argumentiert hier Günter Wollstein, dass sich die Ideen von 1848 durchgesetzt hätten.
Nach dem Scheitern der Revolution mussten viele Deutsche ihr Land verlassen, weil ihnen Verfolgung drohte. Die deutschen Revolutionäre von 1848 wanderten großteils in die USA aus, ins Exil. Dort machten sie z.T. erstaunliche Karrieren.
Winklers „Das Erbe von 1848: Der Aufstand für Freiheit und Einheit“
Hans August Winklers „Das Erbe von 1848: Der Aufstand für Freiheit und Einheit“ (Zeit, Januar 1998) würdigt die Revolution von 1848 als Gründungsdatum der Demokratie in Deutschland.
Marx und Engels zur Revolution 1848 in der Rheinischen Zeitung
Artikel von Marx und Engels zur Revolution 1848 aus der Rheinischen Zeitung desselben Jahres. Die Artikel sind deshalb als Quellen gut geeignet, weil sie Partei in den Kämpfen der Zeit ergreifen, aber auch ihre Gegner genau analysieren. Es wird so das Profil einer deutschen Zeitung deutlich, die radikaldemokratisch und gesellschaftskritisch schrieb und bald verboten wurde. Die Zeitung steht im Wesentlichen für eine klare Parteinahme für Demokratie und Pressefreiheit.
Unterrichtskonzepte über die Märzrevolution vom Bayerischen Rundfunk mit Arbeitsblättern in PDF-Format über Themen wie z.B. die Gesellschaft um 1848 sowie 13 Fragen und Lösungshinweisen.
Lied über die Niederschlagung der Pariser Kommune 1871, die sich nach dem Sieg der Preußen vollzieht. Für die international sich formierende Arbeiterbewegung war dies ein entscheidendes Ereignis. Dieses „traditional“ bringt eine gewisse Gleichheits- und Glücksvorstellung zum Ausdruck, die sich bald als eine soziale Bewegung manifestieren sollte, die die Politik des Kaiserreichs maßgeblich beeinflusste.
Mit der Herausbildung des Kaiserreichs im 19. Jahrhundert geht auch eine Franko- oder Gallophobie einher. Diese Vorstellung der „Erbfeindschaft“ beherrscht die Weltanschauungen der bürgerlichen oder feudalen Eliten.
Drei Klassiker der Theorie des deutschen Sonderweges
Drei Klassiker der Theorie des deutschen Sonderweges (hervorragend gekürzt): Plessners „Die verspätete Nation“ (1934/35), der betreffende Auszug aus Wehlers „Deutsche Gesellschaftsgeschichte“ (1995) sowie aus Winklers „Der lange Weg nach Westen“ (2000).
Italien ist häufig mit Deutschland verglichen worden, weil beide Nationalstaaten rechtsextreme Regierungen hatten und erst im 19. Jahrhundert als Nationalstaaten gebildet wurden. Der Artikel kritisiert diese späte Nationenbildung in Italien als Grund für alle möglichen Fehlentwicklungen in der italienischen Politik. Der Text stellt eine Polemik dar, die hinsichtlich des Gesichtspunktes beurteilt werden könnte, ob solche weitreichenden Aussagen in der Geschichte begründet werden können.